Abschlusserklärung: „Situation getrennter Familien ist untragbar“

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Interessante und persönliche Gespräche mit Frauen in einem Migrant Family Center in Gwangju

PCG – EKHN – PROK Workshops on Migration
Accra – Frankfurt – Gwangju
Our common task

„For God, people of every nation are welcome.“ (Acts 10, 34-35)

Preamble

Integration and a new perspective for the life of migrants need security. The support of migrants in our societies and of our churches should focus more on the concrete situation of those who are vulnerable, to help them find a way of a self-determined and self-confident life in their new homes. In this direction, we need to urge our governments and churches to uphold the human dignity of all people, especially that of migrants. The lessons were clear that when individuals or church or society decide to ignore their responsibilities towards migrants, the devastating results affect the whole society.

Integration und eine bessere Perspektive für das Leben von Migrant*innen brauchen ein Gefühl der Sicherheit. Die Unterstützung von Migrant*innen in unseren Gesellschaften und unseren Kirchen sollte sich mehr auf die konkrete Situation derer konzentrieren, die verletzlich sind – um ihnen dabei zu helfen,  ein selbstbestimmtes und selbstbewusstes Leben in ihrer neuen Heimat zu führen. Es ist unsere Pflicht, unsere Regierungen und unsere Kirchen dahingehend zu drängen, dass sie die Würde aller Menschen achten, vor allem der von Migrant*innen. Es wurde deutlich, dass es verheerende Auswirkungen haben wird, wenn Einzelne, Kirchen oder unsere Gesellschaft sich entscheiden, ihre Verantwortung gegenüber Migrant*innen missachten. 

After our three consecutive workshops we are once again reminded of the importance of multilateral dialogue as ecumenical partners and the significance of ecumenical learning. Although it was a working group without any executive mandate we were enriched with unforgettable experiences. We strongly feel the need to continue such dialogues with involvement of more partners in order to share those experiences.

Nach unseren drei aufeinander aufbauenden Workshops sehen wir uns einmal mehr an die Wichtigkeit eines multilateralen Dialogs als Partner in der Ökumene – und an die Bedeutung ökumenischen Lernens – erinnert. Wenngleich ohne  Leitungsmandat, sind wir als Arbeitsgruppe mit unvergesslichen Erfahrungen bereichert worden. Wir sehen den Bedarf deutlich, diese Art von Dialogen mit weiteren ökumenischen Partnern fortzuführen, um unsere Erfahrungen zu teilen.  

Declaration of Gwangju 2018 (June 4th – 12th)

The third PCG – PROK – EKHN Workshop on Migration took place in the PROK Presbytery of Gwangju from 5th to 9th June 2018. The main focus of the Workshop was “Women and Families in Migration”.

Der dritte PCG – PROK – EKHN – Workshop zum Thema Migration fand von 5. bis 12. Juni 2018 im PROK-Presbytery von Gwangju statt. „Frauen und Familien in der Migration“ war das Hauptthema der Tagung. 

One of the important insights of the workshop was the acknowledgement of both strength and extreme vulnerability of women and children. The Bible studies on texts on Tamar (2 Samuel 13:1-22), Hagar (Gen 16: 6-11) and Ruth ( Ruth 1, 6-18) guided us into a compassionate and deep understanding. In particular the narrative of Tamar compelled us to advocate against cases of sexual abuse and violence against women and children. We discovered, that we and our churches often are blind to the real situations, in which women suffer. Especially the sexual exploitation of women migrants from eastern European countries in Germany and Ghanaian women migrants in the Middle-East are not sufficiently addressed by each respective churches.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse des Treffens ist die Erfordernis, die Stärke und gleichzeitig extreme Verletzlichkeit gerade von migrierenden Frauen und Kindern anzuerkennen. Unsere Bibelarbeiten zu Tamar (2. Samuel 134, 1-22), Hagar (Genesis 16, 6-11) und Rut (Rut 1, 6-18) führten uns zu einem mitfühlenden, tieferen Verständnis [ihrer Situation]. Vor allem die biblische Erzählung von Tamar zwingt uns, gegen sexuellen Missbrauch und Gewalt gegen Frauen und Kinder Partei zu ergreifen. Wir haben erkannt, dass wir und unsere Kirchen oft blind für die tatsächlichen Lebensumstände sind, die Frauen erleiden. Vor allem die sexuelle Ausbeutung osteuropäischer Migrantinnen in Deutschland und die Ghanaischer Frauen im Mittleren Osten sind seitens der Kirchen noch nicht hinreichend angesprochen oder thematisiert worden.  

We had encounters and sharings with North Korean defectors and marriage migrants, of whom the absolute majority were women. These and our exchanges on undocumented migrants made us aware of their precarious situation and the need of communication with lots of sympathy and understanding. We feel the urgent need to be in solidarity and render our assistance to them.

Wir begegneten [im Verlauf des Workshops] geflohenen Menschen aus Nordkorea und „Heiratsmigranten“, mehrheitlich Frauen. Diese Begegnungen und unser Austausch über nicht registrierte Migrant*innen wiesen uns auf deren prekäre Situation hin, sowie darauf, wie wichtig von Mitgefühl und Verständnis geleitete Gespräche sind. Wir sehen den dringenden Bedarf an Solidarität und Angeboten zur Unterstützung.

Being mindful of the essential significance of family and marriage in our societies we regret, that the discussions in each respective political discourse do not meet the need of families, as it does not support family reunion, but rather perpetuates the separation of families, victimizing children. Churches should continue to advocate in support for separated migrant families. The situation for the family members, who were left behind, is unbearable. We affirm that families belong together as an integral and intact institution of the societies in Korea, Ghana, Germany and all over the world.

Achtsam für die besondere Bedeutung von Familie und Ehe in unseren Gesellschaften, bedauern wir, dass es in den entsprechenden politischen Diskursen gerade nicht um die Bedürfnisse von Familien geht: So unterstützen die das Ziel der Familienzusammenführung nicht, sondern lassen die Trennung von Familien fortbestehen und machen so Kinder zu Opfern. Die Kirchen sollten ihre Unterstützung für getrennte Migrantenfamilien beibehalten. Wir beteuern unsere Überzeugung, dass Familien als integrale und intakte Bestandteile unserer Gesellschaften in Korea, Ghana und Deutschland sowie in der ganzen Welt zusammengehören. 

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